Die bekannteste Uhr im Hauptbahnhof, oder wenn man nicht schon sagen darf in ganz Zürich - unser Treffpunkt!Hier wird gewartet, getrofffen, begrüsst und verabredet.. Hier lest ihr eine kleine Hommage an den belebten Treffpunkt Zürich`s.

Der Treffpunkt...

Wohl einer der bekanntesten Plätze in Zürich,- jedenfalls für Touristen, für Neuankömmlinge, für Reisende und Weltenbummler.

Für jene, die frisch den Weg in unsere Stadt gefunden haben. Für solche, die auf Städtetouren quer durch Europa sind.

Andere, die vielleicht ein schönes Rendezvous hier erleben werden. Oder einen netten Tag am See, mit einer guten Bekannten?

Aufgeregt warten sie da, um abgeholt zu werden. Vielleicht von einem Stadtzürcher, der sie herum führen wird, ihnen Geheime Plätze verrät?

Eine Eckige Uhr, umgeben von wartenden Leuten. Die einen, lässig an den riesigen, schwarzen Pfosten lehnend, andere gemütlich auf einer Bank sitzend, neben sich Tasche und Koffer.

Manche können sich kaum auf einer Stelle halten, unruhig mit nervöser Mimik, rotieren sie um die große Uhr. Schauen ungeduldig auf den Eckigen Block, starren auf den Zeiger, der sich schwermütig verschiebt.

„Haben wir uns irgendwie verpasst? “Fragt sich der junge Herr im weißen Hemd.

„Sieht sie mich wohl schon?“ Kann man im Gesicht der großgewachsenen Brünette lesen.

„Wo bleiben sie bloß, hatte der Zug Verspätung?“ Fragt sich der ältere Herr, der nun auf und ab geht.

Fragen, die sich beinah nur ein Schweizer stellen kann. Eine innere Uhr der Pünktlichkeit, die wir wohl mit den Schweizer Genen in uns tragen.

Und dann kommen sie, die Erwarteten, die sehnlichst Vermissten.Mit strahlendem Lächeln und funkelnden Augen, spielen sich die Wiedersehen ab.

Eine herzliche Umarmung, liebevolle Küsse oder ein ausgefallener Handschlag.

Jede Geschichte, jede Bekanntschaft, hat da so ihre eigene Begrüßung.

Der junge Herr im weißen Hemd, begrüßt seine Mutter, mit drei Küssen und nimmt ihr, den gutgepackten Koffer aus der Hand.

Die großgewachsene Brünette, fällt einer Blondine, welche einen Bund Tulpen in der Hand trägt, um den Hals.

Und der ältere Herr, er begrüßt seinezwei Enkel, die hüpfend auf ihn zukommen, hinterher vermutlich seine Tochter. Mit einem breiten Lächeln, schließen sie sich in die Arme.

Die große weiße Uhr.

Es ist ein Fleck in der Stadt, an dem täglich wohl die meisten Menschen vorbei ziehen. Ein Ort, der immer hektisch, immer belebt ist.

Aber auch emotional und aufregend. Aufregend für solche die von dem Warten erlöste werden.

Aber auch für die Wenigen, die sich das Geschehen einfach so, wie ein Theaterstück zeigen lassen. Für solche wie mich, die sich von der Langeweile geprägt, Zeit nehmen und einfach einmal zusehen, was sich bei der großen, weißen Uhr ereignet.

 

 

(Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/duqueiros/4464018741/)

 

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